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Von Abenteuern und kleinen Erkunder*innen – Kinderbetreuung in einer ELTERN-AG

vom 13.05.2019

Bereits beim vierten Treffen unserer ELTERN-AG erkannten mich die kleinsten Teilnehmer*innen wieder. Während sie in ihren Kinderwagen reingeschoben wurden, konnte ich zwischen Mütze und Schal – es war zu dieser Zeit sehr kalt – die Kindergesichter grinsen sehen. Durch das Lächeln der Kleinen fühlte ich mich bestätigt in meiner Aufgabe.

Mein Name ist Elena und ich bin 19 Jahre alt. Während meines Freiwilligen Sozialen Jahres im Bereich Kultur bin ich bei dem Programm ELTERN-AG für die Kinderbetreuung verantwortlich.

Da ich selber mit zwei kleinen Schwestern aufgewachsen bin, wurde ich oft in die Erziehung der beiden mit eingebunden und konnte sie beim Heranwachsen beobachten. Das hilft mir nun, um mich geduldig und verständnisvoll mit den Kindern unserer Eltern zu beschäftigen. Manche Kinder sind kleine Erkunder*innen, mit denen ich oft durch die Räumlichkeiten jage, um in jede Schublade zu schauen. Zusammen mit einigen kleinen Bücherwürmern entdecken wir verschiedene bunte Kinderbuchwelten, und blättern auch gern in dicken Wälzern herum.

Rutschen, klettern und tanzen kann ich, soweit möglich, mit den etwas Größeren. Wir haben auch schon mit einem Softball Fußball gespielt oder waren Ritter*innen auf einer Burg. Beim Spielen setze ich den Kids wenig Grenzen in ihrer Kreativität und lasse mich gern auf ihre Spielweise ein. Damit macht die Betreuung mir und den Kindern großen Spaß.

Zu Beginn fällt es den meisten Eltern schwer, sich von ihrem Kind zu lösen und genauso auch andersherum. Deshalb ist die räumliche Trennung zwischen Elterngruppe und Kinderbetreuung eine tolle Übung für unsere Eltern und ihre Kleinen. Die Kinder lernen, auch ohne Mama oder Papa Spiel und Spaß zu erleben. Dies ist gleichzeitig eine Vorbereitung auf die Zeit in der Kita und auch für zukünftige Betreuer*innen ein Gewinn. Manchmal klappt das nicht sofort, aber das bekommen wir schon hin. Da habe ich schon die ein oder andere Überraschung erlebt, wenn es hieß, dass die Kleinen nicht so gut loslassen können. Wann sie soweit sind, ohne Eltern spielen zu gehen, entscheiden die Kinder ganz allein. Und diejenigen, die lieber auf Mamas oder Papas Schoß sitzen wollen, bleiben bei ihren Eltern. Für die anderen bin ich die Ansprechpartnerin, wenn es um Unterhaltung geht. Zwischendurch füttere ich gern die, die es noch nicht können und helfen denen beim Essen, die es schon allein versuchen möchten. So verfliegen zwei Stunden wie im Flug. Das letzte Fußballtor wurde geschossen, die Ritter*innen haben den Drachen verjagt, und die letzte Seite im kunterbunten Kinderbuch wurde begutachtet. Zusammen haben wir viel erlebt.

Am Ende des ELTERN-AG-Treffens haben sich Mama und Papa über Erziehungsthemen ausgetauscht und neue Sachen erfahren. Die kleinsten Teilnehmer*innen und natürlich auch ich als Kinderbetreuung haben etwas aus diesem Tag mitnehmen dürfen. Alle gehen zufrieden in ihren Alltag zurück und probieren viele Tipps aus, die sie heute mitgenommen haben. Und ich freue mich jedes Mal auf das nächste Treffen, auf die kleinen Gesichter und auf ihr Lächeln.

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ELTERN-AG

Von 2004 bis Juni 2018 haben wir mit 353 Trainer*innen 5.637 Eltern und 12.400 Kinder erreicht.