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Tag der Toleranz – was ich mir wünsche

vom 23.11.2018

Bei dem einen oder anderen Blog werdet ihr vielleicht schon gemerkt haben: Ich bin ein Disneyfan. Belle, Pocahontas, Aladdin – das waren die Vorbilder meiner Kindheit. Und auch wenn diese Filme zugegebenermaßen zum Teil ein wenig unrealistische Vorstellungen vermitteln, ist es doch eines, das mir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist: Jeder dieser Filme hat eine wichtige Botschaft. Es geht um Selbstverwirklichung, Träume, Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt und darum, dass jede*r anders ist. Jede*r ist einzigartig! Mein*e Disneyheld*innen haben also bei mir offenbar einen der Grundsteine für den Menschen gelegt, der ich heute bin.

Vor allem als Kinder sind wir formbar. Wir glauben das, was andere Menschen uns sagen. Umso dankbarer bin ich für etwas, auf dem mein Opa immer beharrte: „Hör niemals auf, Fragen zu stellen. Hör niemals auf, zu schauen, was sich hinter Dingen, Worten und Verhalten verbirgt und sei nachsichtig.“ Er lehrte mich, meine Schwächen anzunehmen, meine Stärken zu erkennen, zu sein, wie ich bin und dies auch bei anderen zu akzeptieren und zu respektieren.  

Ob bei Belle und ihrem Biest, Pocahontas und John Smith oder Aladdin und Jasmin, alle diese Figuren mussten die Erfahrung machen, dass es Menschen gibt, die nicht tolerant und respektvoll sind. Mit den Jahren musste auch ich diese Erfahrungen machen. Ob Intoleranz meinen Ansichten gegenüber oder gegenüber anderen Menschen. Ob gegenüber älteren Menschen, Kindern, Menschen, die anders aussehen, aus einer anderen Kultur stammen, einer anderen Religion angehören, Menschen, die nach Deutschland kommen, weil sie Angst um ihr Leben und das ihrer Familie haben – die Liste der Menschen, denen immer wieder intolerantes Verhalten entgegengebracht wird, ist endlos.

Auch die Kinder und Eltern, mit denen wir in der ELTERN-AG zusammenarbeiten, erfahren oft sehr viel Intoleranz und wenig Verständnis. Häufig werden sie ausgegrenzt, haben weniger Zugang zu Bildung und gesellschaftlichen Aktivitäten. Sie haben – entgegen dem, was ich als Kind dachte – weniger die Möglichkeit, zu werden, was sie wollen und ihre Träume zu verwirklichen. Es gibt nur wenige Menschen, die ihnen ihre Stärken zeigen und sie verlieren sich in dem, was sie in ihren Augen und auch in den Augen anderer falsch machen. Oftmals zeigt ihnen niemand, wie wichtig es ist, an sich zu glauben. Deswegen brauchen sie, so wie es jeder Mensch ab und zu braucht, etwas Unterstützung. Sie brauchen Bestärkung, Motivation, jemanden, der an sie glaubt und auch den Glauben an sich selbst. Das machen zum Beispiel meine Kolleg*innen und ich mit der ELTERN-AG. Wir empowern Mütter und Väter und zeigen ihnen, wie toll sie sind. Immer wieder freue ich mich über Menschen, Vereine, Organisationen und Projekte, die sich für andere Menschen stark machen.

Ich wünsche mir natürlich noch mehr Toleranz, noch mehr Verständnis füreinander und vor allem wünsche ich mir, dass die Menschen über ihren Tellerrand blicken, Fragen stellen, schauen, was sich hinter Dingen, Worten und Verhalten verbirgt. Um bei einer der Disneyfiguren zu bleiben: Hätte Belle das Biest sofort verurteilt und nicht versucht, es kennenzulernen, hätte sie womöglich niemals Liebe und Glück gefunden. Es lohnt sich also, seine Wohlfühlzone zu verlassen, nachsichtiger zu sein und sich für seine Mitmenschen zu interessieren.

Der Internationale Tag der Toleranz am 16. November hat mich zu diesen Wünschen und Gedanken schweifen lassen. Viele Organisationen und Vereine haben an diesem Tag zu Festen, Diskussionen und vielem mehr eingeladen. Der Gedenktag geht im Übrigen zurück auf den 16. November 1995. Damals unterzeichneten 185 Mitgliedsstaaten der UNESCO feierlich eine Erklärung der Prinzipien zur Toleranz. Dieser Tag soll an menschenwürdiges Zusammenleben, unterschiedliche Kulturen und Religionen erinnern. Zum Beispiel der TOLL e.V. lädt nicht nur an diesem, sondern an allen Tagen dazu ein, gemeinsam den Horizont zu erweitern und über den Tellerrand zu schauen. TOLL steht dabei für „Toleranz lernen und leben“, was das Ziel des Vereins ist. Hier stehen die Botschaften von Disney Selbstverwirklichung, Träume, Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt und das jede*r anders ist, im Fokus.

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ELTERN-AG

Von 2004 bis Juni 2018 haben wir mit 353 Trainer*innen 5.637 Eltern und 12.400 Kinder erreicht.