ELTERN-AG in der Presse 2012

Spendenaktion "Deutschland rundet auf" - was steckt dahinter?

Hessischer Rundfunk online vom 13.04.2012

Spendenaktion "Deutschland rundet auf" - was steckt dahinter? 

In Supermärkten, Drogerien und Schuhgeschäften finden sich an den Kassen Spendendosen mit dem Aufdruck: "Deutschland rundet auf". Doch es stellt sich die Frage: Wo landen die Spenden-Cents?

Wie funktioniert die Aktion?

In einem Frankfurter Supermarkt steht eine Mutter mit ihrer Tochter an der Kasse. Sie hat Joghurt, Würstchen und Schokolade aufs Band gelegt und will sie gerade bezahlen. Da fällt ihr ein Aufkleber auf: Eine blaue Sprechblase mit den Worten "Aufrunden bitte!". Die Kassiererin erklärt ihr, dass es sich um die Spendenaktion "Deutschland rundet auf" handelt. Die Kundin kann sich beteiligen, indem sie ihren Betrag, 10,48 Euro, auf den nächst höheren 10-Cent-Betrag aufrunden lässt. Die zwei Cent fließen in soziale Projekte, sagt die Kassiererin. Die Mutter macht tatsächlich mit: "Mir gefällt daran sehr gut, dass man mit einer kleinen Handlung hoffentlich sehr große Wirkung erzielen kann und nicht viel Arbeit hat." Denn ansonsten ist Spenden mit viel mehr Aufwand verbunden, findet die Kundin.

Projekt zugunsten der ELTERN-AG

Auf den blauen Aufklebern an den Kassen ist zwar zu lesen: "Jeder Cent geht zu 100 Prozent an soziale Projekte in Deutschland." Aber an welche – das steht da nicht. Genaueres weiß Christian Vater. Er hat die Stiftung "Deutschland rundet auf" gegründet: "Das erste Projekt, das wir unterstützen, ist die ELTERN-AG. Das ist eine Schule für Eltern in schwierigen Lebenssituationen mit Kindern im Vorschulalter, die den Eltern hilft, bessere Eltern zu sein und damit eine Voraussetzung schafft, dass die Kinder eine bessere Perspektive haben."

Finanzierung über Gebühren teilnehmender Unternehmen

Das Spendengeld soll ausschließlich dafür verwendet werden, sagt Vater: "Alle Kosten, die wir mit der Spendenaktion haben - ob das Gehälter für Mitarbeiter sind, ob das die Werbekampagne ist, ob das die Kontrolle von Projekten und Nachbearbeitung ist - finanzieren wir komplett aus Gebühren der teilnehmenden Unternehmen." Die zahlen angeblich jährlich einen Betrag in Höhe von bis zu 99.000 Euro, zusätzlich zu dem gesammelten Spendengeld.

Kein DZI-Spendensiegel

Doch wer garantiert das Alles? Ein DZI-Spendensiegel hat die Stiftung jedenfalls nicht. Jeder Cent werde aber genau verbucht und am Ende würden unabhängige Wirtschaftsprüfer kontrollieren, heißt es dort. Außerdem will man alle Jahresabschlüsse online stellen und demnächst soll es auf der Webseite der Stiftung einen Spenden-Ticker geben. 

Informationen Ursula Meyer

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