ELTERN-AG in der Presse 2004 bis 2010

Social-Entrepreneur-Wettbewerb. Drei Engel im Finale

Financial Times Deutschland Online vom 20.12.2010

20.12.2010, 13:32

Social-Entrepreneur-Wettbewerb – Drei Engel im Finale

Eine alleinerziehende Mutter gründet eine Firma, um es anderen leichter zu machen. Der Sohn eines Arbeiterhaushalts gibt seine Professorenkarriere auf, um anderen Kindern einen besseren Start ins Leben ermöglichen. Und ein Mann beschließt, etwas gegen die Gewalt zu unternehmen, als ein befreundeter kolumbianischer Nationalspieler wegen eines Eigentores erschossen wird. FTD.de stellt die drei anderen Finalisten des Wettbewerbs in Kurzporträts vor.

von Georgia Hädicke, Berlin

Social Entrepreneurs sind Menschen und Organisationen, die sozial engagiert sind, aber ihre Projekte nicht allein mit Spenden oder Zuschüssen finanzieren, sondern durch unternehmerisches Geschäft. Sie gelten als Mischung aus Mutter Teresa und Bill Gates.

Die Schwab Stiftung für Social Entrepeneurship ehrt seit fünf Jahren weltweit Menschen, die ihr Unternehmertum mit sozialem Handeln verbinden. In Deutschland sind die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) und die Financial Times Deutschland (FTD) Partner des Wettbewerbs "Social Entrepreneur des Jahres".

Gisela Erler - pme Familienservice

Wie schwierig es ist, Familie und Beruf in Einklang zu bringen, weiß Gisela Erler aus eigener Erfahrung. Als sie das erste Mal Mutter wurde, war es für Frauen kaum möglich, eine flexible Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder zu finden. Und die Idee, dass eine gut organisierte Kinderbetreuung auch für Betriebe von Vorteil sein kann, war in Deutschland noch nicht mal angekommen.

Deswegen gründete Erler 1991 den pme Familienservice. Finanziert von Arbeitgebern in ganz Deutschland, unterstützt ihre Firma Mitarbeiterfamilien von mehr als 600 Unternehmen. Der Familienservice vermittelt Krippenplätze, findet Tagesmütter und baut gerade seine Kompetenzen im Bereich Seniorenbetreuung aus. Der Beratungsservice ist für Mitarbeiter jeder Hiearchiestufe zugänglich. Die Firma von Frau Erler ist mittlerweile an 30 Standorten in Deutschland vertreten und zählt mehr als 1000 Mitarbeiter.

Jürgen Griesbeck - streetfootballworld

Am 22. Juni 1994 wird der kolumbianische Nationalfußballspieler Andrés Escobar in einer Bar im Medellin erschossen. Der Grund für den Mord: Das Eigentor, das Escobar kurz zuvor bei der Weltmeisterschaft in den USA geschossen hatte. Es ist dieses Ereignis, das einen Bekannten von Escobar, den Deutschen Jürgen Griesbeck, dazu inspiriert, etwas gegen die ausufernde Gewalt in den Problemvierteln südamerikanischer Städte zu unternehmen. Mit einer Straßenfußballorganisation will er Jugendlichen eine Alternative zur Gangmitgliedschaft anbieten.

2002 gründete er in Berlin Streetfootballworld, eine Organisation, die Fußballprojekte in

der ganzen Welt fördert. Die Fifa bringt seit 2007 0,7 Prozent ihrer Einnahmen in sein Unternehmen ein. Insgesamt 400.000 Kinder werden in dem Netzwerk in den unterschiedlichsten Projekten gefördert

und beraten.

Meinrad Armbruster - MAPP-Empowerment, Program ELTERN-AG

Wie sich die soziale Herkunft auf den eigenen Bildungsweg auswirkt, hat Meinrad Armbruster am eigenen Leibe erfahren. Als Kind aus einem Arbeiterhaushalt gelangte er nur mit Mühe auf eine weiterführende Schule, so erzählt er, und auf dem Gymnasium selbst war es mühsam für ihn, Schritt zu halten.

Um Kindern aus sozial benachteiligten Familien bessere Zukunftschancen zu ermöglichen, hat Armbruster 2004 die ELTERN-AG ins Leben gerufen. Ausgebildete Kursleiter schulen dort kostenlos die Erziehungskompetenzen von Eltern aus schwierigen sozialen Verhältnissen. In dem Präventivprogramm geht es vor allem darum, Eltern für den Alltag mit ihren Kindern einfache Erziehungsgrundsätze zu vermitteln. Bis heute hat Armbruster in seinem Unternehmen 90 Mentoren ausgebildet, die in ihrer Arbeit 670 Eltern mit rund 1680 Kindern erreicht haben.

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