ELTERN-AG in der Presse 2004 bis 2010

Neues lernen - weiter denken

SWM kurier vom 08.09.2004

Wenn es um Kindererziehung geht, sind Eltern geborene Experten. Der Wissenschaft hingegen bleibt die Frage: Wer unterrichtet eigentlich die Erzieher? Denn nicht alle Probleme lassen sich ausschließlich im Kreis der Familie lösen.

Wer erwachsen wird, macht früher oder später Bekanntschaft mit dem „Ernst des Lebens“. Für ältere Menschen ist dieser Satz die banale Umschreibung einer wichtigen Erfahrung; für Kinder in der Regel eher eine unbestimmte Warnung. In der Frage, wann denn eigentlich die unbeschwerte Jugendzeit zu Ende geht, scheiden sich bekanntlich die Geister. Viele sind der Ansicht, dass der Ernst des Lebens mit dem Eintritt in die Schule beginnt. Nicht ohne Grund: Auf der Basis des guten oder schlechten Abschneidens im schulischen Leistungsvergleich werden die Weichen für den weiteren Bildungsweg und damit häufig auch für die spätere berufliche Laufbahn gestellt.

Die Fähigkeit, ein Leben lang zu lernen, verschafft den Menschen in unserer modernen Gesellschaft größere Handlungsspielräume. Nicht nur Hänschen, sondern auch Hans kann und muss sich heutzutage ständig neues Wissen aneignen. Die Fundamente für das spätere Lernverhalten eines Menschen, für seine Motivation und seine Neugier, werden allerdings bereits in den ersten fünf Jahren seines Lebens gelegt. Aus der Sicht der Wissenschaft ist die nach wie vor populäre Einteilung der Kindheit in eine vorschulische Zeit des Spielens und eine schulische Phase des Lernens daher unangebracht. Eine stärkere Förderung vorschulischer Bildungsprozesse in Kindertagesstätten scheint dringend geboten. Zugleich wächst der Bedarf an professioneller Beratung der Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder. Vor allem junge Mütter und Väter aus bildungsfernen und sozial benachteiligten Schichten sind häufig auf psychologische Unterstützung angewiesen. Meinrad Armbruster, Professor für pädagogische Psychologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), erläutert den Zusammenhang: „Durch unbeabsichtigte Erziehungsfehler der Eltern entstehen bereits bei kleinen Kindern psychische Störungen, durch die sie sich im Kindergarten isolieren. Auch in der Grundschule fallen diese Kinder dann durch nicht angepasste Verhaltensweisen auf. Sie können sich nicht konzentrieren, stören den Unterricht und gehören schnell zu den schlechten Schülern“. Für das Land Sachsen-Anhalt hat Armbruster ein ganz neuartiges Präventionsprogramm im Bereich früher Erziehung und Bildung entwickelt. Das Projekt „Eltern-AG“ bietet jungen Müttern und Vätern die Möglichkeit, in Gruppen von acht bis zehn Teilnehmern grundlegende Regeln einer kindgerechten, modernen Erziehung zu erlernen. Das kostenlose Angebot besteht aus zwanzig Unterrichtseinheiten mit einer Länge von jeweils eineinhalb Stunden. „Es handelt sich um eine Mischung aus Elternschule und Selbsthilfegruppe“, erläutert Armbruster. „Gut ausgebildete Mentoren bereiten die Sitzungen vor. Wir verzichten allerdings auf die Belehrung mit dem erhobenen Zeigefinger. In erster Linie unterrichten sich die jungen Eltern gegenseitig“. Spielerische Aktionen laden zum Mitmachen ein und sorgen dafür, im „Ernst des Lebens“ auch einmal die heiteren Seiten zu entdecken.

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Pflegekräfte werden immer mehr mit verbalen sowie körperlichen Angriffen ihrer Patient*innen konfrontiert. Erst vor wenigen Wochen bedrohte in den Pfeifferschen Stiftungen Magdeburg ein Patient eine Krankenschwester nach Medikamentenmissbrauch mit einem Messer. Die Themen Deeskalation und Gewaltprävention rücken damit immer weiter in den Fokus. Das Anti-Gewalt-Training (AGT) Magdeburg der MAPP-Empowerment gGmbH setzt genau dort an.

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