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Welttag des Buches – Lest mehr vor!

vom 23.04.2018

Liebe Eltern, Geschwister, Tanten, Onkel, Großeltern und Kinderfreund*innen,

überall heißt es, Vorlesen sei wichtig. Doch wieso ist das wichtig? Welche Entwicklungen werden dadurch bei Kindern gefördert? Und wann ist eigentlich das richtige Alter dafür gekommen? Fragen über Fragen, die unserem Team von der ELTERN-AG in den Kopf kommen.

Zum Welttag des Buches haben wir in unseren Bücherregalen gekramt, mit unseren Kindern, Familien und Freunden gesprochen und uns dazu mal ein paar Gedanken gemacht.

Ich lese meinen Kindern sehr gern vor. Es ist toll, so innig und ineinander gekuschelt Zeit zusammen zu verbringen. Außerdem finde ich es wahnsinnig spannend, zu sehen, was meine Kleinen bewegt, wenn sie Fragen stellen oder wir uns über die Geschichte unterhalten. Ganz niedlich ist auch, wenn die Krümel auf einmal Textausschnitte zitieren. Da merke ich immer wieder, wie sehr Kinder durch Vorlesen berührt werden können." Vivien, ELTERN-AG

Ich habe zwei kleine Kinder und ihnen vorzulesen, gehört zu unserem Familienalltag. Die beiden lieben es und fordern es sich auch ein. Gemeinsam erfinden wir dann oftmals ein anderes Ende. Es ist großartig, wie sehr die Geschichten die Phantasie der beiden anregen." Eileen, ELTERN-AG

Jeder findet am Vorlesen etwas anderes toll oder spannend. Die Erfahrungen sind so kunterbunt, wie die Kinderbücher, die es gibt.

 

Natürlich lassen sich zum Thema Lesen und Vorlesen zahlreiche Studien finden. Eine der bekanntesten ist die Vorlesestudie, die sich seit 2007 jährlich mit diesem Thema auseinandersetzt. Besonderes Augenmerk der aktuellen Studie der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutsche Bahn Stiftung aus dem Jahr 2017 liegt auf dem Zeitpunkt, zu dem Eltern mit dem Vorlesen beginnen. Die Forscher fanden heraus, dass 55 Prozent der Eltern ihren Kindern in den ersten zwölf Monaten nicht regelmäßig vorlesen. 28 Prozent der Kinder, die zwischen drei Monaten und drei Jahren alt sind, wird nie bzw. fast nie vorgelesen. Mütter und Väter beginnen mit dem Vorlesen im Durchschnitt, wenn ihre Kinder 9,9 Monate alt sind. Viele Eltern knüpfen das Vorlesen an bestimmte Fähigkeiten der Kinder. Sie beginnen damit zum Beispiel, sobald das Kind sich ausreichend konzentrieren kann, wenn es zu sprechen beginnt, ein bestimmtes Alter erreicht hat oder auch, sobald es von sich aus sagt, dass es vorgelesen bekommen möchte. Zum richtigen Zeitpunkt für den Vorlesestart gehen die Meinungen, wie so häufig, auseinander. Eltern finden also differenzierte Ansichten. Nahezu alle Ratgeber empfehlen, vor dem ersten Geburtstag mit dem Vorlesen zu beginnen. Einige raten dazu, bereits im dritten Monat damit anzufangen. Das kann verwirrend sein. Auch bei uns im Team gibt es dazu viele verschiedene Meinungen. Einige haben schon im fünften Lebensmonat damit begonnen, andere, als ihr Kind eineinhalb Jahre war. Einig sind wir uns, dass Vorlesen viele Vorteile hat, also: Einfach loslegen!

Eltern und Kinder, die wir gefragt haben sowie die Vorlesestudie berichten von zahlreichen positiven Aspekten, die Vorlesen mit sich bringt. Ganz hoch im Kurs steht dabei die Förderung der sprachlichen Entwicklung des Kindes und die Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit. Vorlesen kann gut in den Alltag integriert werden und ein Teil des Abendrituals werden. Dabei können die Kinder zur Ruhe kommen und danach besser einschlafen. Ein kleiner Zuhörer und eine große Vorlesebegeisterte berichten:

„Ich finde alle Geschichten toll, die mir Mama und Papa vorlesen. Papa kann das aber besser. Er verstellt seine Stimme, wenn er ein Bär ist und so.“ Jonas, 5 Jahre alt

„Als Kind haben mir meine Eltern oft vorgelesen. Ich wollte nie ohne Gute-Nacht-Geschichte ins Bett gehen und habe mich immer darauf gefreut. So hatte ich immer noch ein bisschen Zeit mit Mama oder Papa zum Kuscheln. Und irgendwann habe ich ihnen dann vorgelesen und bin auch heute noch ein Bücherwurm.“ Nathalie, 16 Jahre

Vorlesen, Neues entdecken und Zeit mit den Eltern oder anderen Vorleser*innen verbringen – Das weckt Begeisterung bei Kindern. Es regt die Phantasie an, fördert ihre geistigen Fähigkeiten und die sozialen Kompetenzen. Viele weitere Vorteile haben wir für euch auf einen Blick:

  • bessere sprachliche Entwicklung
  • Erweiterung des Wortschatzes
  • Impuls für Lesemotivation und Leseverhalten
  • begünstigt Bildungserfolge
  • positiv für die persönliche Entwicklung
  • hält die Familie zusammen
  • Kuscheln und die Zeit zusammen
  • zur Ruhe kommen
  • weckt Neugierde
  • Wissen sammeln und Neues lernen
  • Lesenlernen fällt tendenziell leichter
  • Es macht einfach Spaß! :) 

 

Die aktuelle Vorlesestudie geht auch darauf ein, dass einem Viertel der Eltern die Auswahl passender Bücher schwerfällt. Darüber haben wir auch gesprochen und hier ein paar Tipps von Mamas, Papas, Onkel und Tanten:

  • Meine ersten Bilder (ab 3 Monaten)
  • Tierkinder (ab 3 Monaten)
  • Wauwau macht der kleine Hund (ab 6 Monaten)
  • Summ, kleine Biene! (ab 6 Monaten)
  • Schmusebuch (ab 6)
  • Einschlafreime für ganz Kleine – Duden (ab 6 Monaten)
  • Die kleine Raupe Nimmersatt – Mein Fingerpuppenbuch (ab 1 Jahr)
  • Mini LESEMAUS – Tiere im Garten (ab 1 Jahr)
  • Die Formen (ab 1 Jahr)
  • Alle müssen Gähnen (ab 2 Jahren)
  • Zähne putzen, Pipi machen – Wieso? Weshalb? Warum? (ab 2 Jahren)
  • Unser Baby – Wieso? Weshalb? Warum? (ab 2 Jahren)
  • Mein großer Geschichten-Schatz (ab 3 Jahren)
  • Der Grüffelo - Bilderbuch (ab 3 Jahren)
  • Ich bin stark und sag laut Nein! Drei Bilderbuchgeschichten, die Kinder selbstbewusst machen (ab 4 Jahren)
  • Der kleine Prinz - Dies ist eines unserer Lieblingsbücher, das für Groß und Klein viel bereithält. :)

Haben wir euch mit unserem Vorlesefieber angesteckt? Dann erfahrt hier mehr über die Vorlesestudie.

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ELTERN-AG

Von 2004 bis Juni 2018 haben wir mit 353 Trainer*innen 5.637 Eltern und 12.400 Kinder erreicht.