Qualität & Forschung
Die MAPP-Empowerment GmbH (gemeinnützig) versteht die ELTERN-AG als lernendes Programm.
Wir evaluieren unsere Tätigkeiten auf unterschiedlichen Ebenen kontinuierlich und lassen die Erkenntnisse in unser Konzept und die zukünftige Arbeit einfließen.
Qualitätssicherung:
Als Träger der ELTERN-AG und Partner in einem Kooperationsmodell arbeiten wir zunehmend nicht mehr direkt mit unserer primären Zielgruppe, den Eltern. Dieses wird von zertifizierten Kursleiterinnen* übernommen. Das Zertifikat, welches die Mentorinnen zur Durchführung von ELTERN-AGs berechtigt, ist immer nur vorbehaltlich der eingehaltenen Qualitätsstandards und regelmäßiger Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen der ELTERN-AG gültig.
Um regelmäßig über die Einhaltung unsere Standards aber auch über Wirkung, Nutzen, Schwierigkeiten und Änderungsbedarf informiert zu sein, evaluieren wir regelmäßig und intensiv die Arbeit der Mentoren, hospitieren in ELTERN-AGs und erheben die Meinungen der Eltern.
In der Kursleiterausbildung bereiten wir zukünftige Mentoren auf die anspruchsvolle Arbeit mit sozial benachteiligten Eltern vor. Selbstverständlich wird diese Ausbildung ebenfalls evaluiert. Dazu füllen die Fortbildungsteilnehmer Evaluationsbögen aus, die wir dann auswerten. Die Ergebnisse lassen wir in zukünftige Ausbildungen einfließen.
All diese Sicherungssysteme erlauben es uns, immer sehr aktuell über die Aktualität und Qualität unseres Angebotes informiert zu sein und ggf. Veränderungen, Verbesserungen oder Konzeptanpassungen umzusetzen.
Aktuelle Begleitforschung:
Externe Evaluation durch ein unabhängiges Forschungsinstitut
Im April 2010 startete ein langfristiges Forschungsvorhaben, um die Wirkungen der ELTERN-AG wissenschaftlich zu belegen. Dazu führt das nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung e.V. – eine Ausgründung der Technischen Universität Berlin – die wissenschaftliche Begleitung aller neu startenden ELTERN-AG Kurse durch.
Die Evaluation durch nexus Institut e.V. ist auf drei bis fünf Jahre als Panelstudie mit Kontrollgruppendesign und mehreren Messzeitpunkten angelegt. Zum Einsatz kommen quantitative und qualitative Methoden sowie ein Test (ET 6-6) zur Messung der kindlichen Entwicklung. Da die Evaluation derzeit noch nicht abgeschlossen ist, liegen noch keine vollständigen Evaluationsergebnisse vor.
Erste Ergebnisse, der seit April 2010 laufenden externen Evaluation durch nexus Institut e.V., bestätigten, dass die Zielgruppe sozial benachteiligter Eltern zu 100 Prozent erreicht wird. Auch zeigten sich eine hohe Zufriedenheit der Eltern mit der ELTERN-AG sowie eine hochsignifikante Zunahme ihrer wahrgenommenen sozialen Unterstützung zum dritten Messzeitpunkt. So gut wie alle Eltern würden die ELTERN-AG weiterempfehlen.
Als sehr hilfreich, so teilten die Eltern mit, haben sie die Sicherheit in der Gruppe empfunden und die Möglichkeit sich auszutauschen. Dabei wurde den Eltern vor allem deutlich, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind, sondern auch andere Eltern die gleichen Themen beschäftigen. Gegenseitige Ratschläge, bezogen auf spezifische Erziehungssituationen, empfanden die Eltern als sehr nützlich. Sie erlebten dabei ihre eigene Kompetenz und hatten kleine Erfolge.
Die qualitative Analyse zeigt, dass Freiwilligkeit, Vertraulichkeit und Mitbestimmung von den Eltern als entscheidende Voraussetzungen wahrgenommen werden, um motiviert, selbständig und mit dem Gefühl, wertgeschätzt zu werden, an der ELTERN-AG teilzunehmen. Für die Interviewten ist es wichtig, dass die anderen Eltern in einer ähnlichen Lebenslage wie sie selbst sind. Der gemeinsame Erfahrungshintergrund erleichtert ihnen den offenen Austausch und das gegenseitige Annehmen von Lösungsvorschlägen. Gemeinsamkeit und Gemeinschaft bieten dabei den Eltern auch eine Erweiterung ihres sozialen Netzwerks und Unterstützung.
Abgeschlossene Begleitforschung:
Interne Evaluation durch die Hochschule Magdeburg-Stendal
Von April 2004 bis Juni 2008 fand eine erste interne Evaluation über die Hochschule Magdeburg-Stendal statt. In diesem Zeitraum hat die ELTERN-AG 62 Elterngruppen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt und so mindestens 567 Eltern und 1.118 Kinder erreicht. Von allen teilnehmenden Eltern waren 465 dazu bereit, an einer Befragung teilzunehmen.
Diese Evaluation hat gezeigt, dass ELTERN-AG durch die Merkmale „Einfachheit“, „niedrige Zugangsschwelle“ und „überprüfbare Effektivität bei den Adressaten der Zielgruppe eine hohe Akzeptanz findet. Weiterhin wurde Folgendes erhoben:
- Die Gruppen bestehen zu 97% aus Eltern unserer Zielgruppe
- 78% der geworbenen Eltern kommen zu den Treffen.
- 80% bleiben bis zur 20.Zusammenkunft.
- 65% der Gruppen treffen sich auch nach einem Jahr noch regelmäßig
64% der befragten Eltern, die an der ELTERN-AG teilnahmen, erkannten eine Verbesserung in der Beziehung zu ihrem Kind, was auf eine positive Änderung des Erziehungsverhaltens während der Durchführung der Elterngruppen schließen lässt. Die Eltern lernten, ihre Kompetenzen wahrzunehmen, zu nutzen und auszuweiten. Eltern wurden in ihrer Rolle als erste Erziehungsinstanz und Bildungsinstanz aufgewertet und gestärkt.
In den Befragungen gaben sie u.a. folgende Rückmeldungen:
- Sie wünschten sich mehr Treffen, um u.a. noch ausführlicher an den sechs Erziehungsregeln arbeiten zu können.
- Sie beobachteten im Alltag mit den Kindern weniger Reibungen und Konflikte.
- Sie erlebten sich selbst im Umgang mit den Kindern ruhiger.
- Sie gingen anders mit Geschwisterstreit um und bewältigten Konflikte besser.
- Sie erhielten viele Anregungen für eine gemeinsame Zeitgestaltung mit den Kindern zu Hause.
- Sie konnten in Rollenspielen in die Rolle der Kinder schlüpfen und so Verständnis für die Gefühle und Empfindungen der Kinder entwickeln.
Hier gelangen Sie auf die Projektseite zur Evaluation der ELTERN-AG und erhalten eine Zusammenfassung des zweiten Zwischenberichts: www.evaluation-eltern-ag.nexusinstitut.de