Das Konzept der ELTERN-AG

Das praxisorientierte Präventionsprogramm ELTERN-AG ist eine völlig neuartige Mischung aus Elternschule und Selbsthilfe. Es richtet sich an Paare in der Familienplanungsphase und Eltern von Kindern im Vorschulalter von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr. Das Angebot eignet sich durch seinen ausdrücklichen Verzicht auf Institutionen und Experten sowie seinen Selbsthilfecharakter ganz besonders für Eltern mit negativen Erfahrungen im Schul- und Ausbildungsbereich, MigrantInnen und Menschen in besonderen Lebenslagen, die den konventionellen Angeboten eher ablehnend gegenüber stehen. Das Präventionsprogramm ELTERN-AG wird von der MAPP-Empowerment GmbH (gemeinnützig) für unterschiedliche Träger angeboten und umfasst 20 Gruppentreffen. Für die Einführungsphase der ELTERN-AGs stehen MentorInnen für 10 Treffen zu Verfügung, die in das Programm einführen und in weiteren 10 Treffen der Vertiefungsphase die Verselbständigung zu Kleingruppen einleiten.


Die ideale Gruppengröße liegt bei acht TeilnehmerInnen und sollte zehn Personen nicht überschreiten. Je nach Zusammensetzung kann es sich um Gruppen mit bspw. vier Elternpaaren oder verschiedenen Konstellationen von Elternpaaren und allein erziehenden Eltern handeln. Jeder Kurs wird von zwei MentorInnen geleitet; im Sinne des Gender-Ansatzes sollte die Anleitung jeweils durch eine Frau und einen Mann erfolgen.

Die Dauer einer Zusammenkunft beträgt zwei Kursstunden (2 x 60 min.). Im ersten Drittel eines Treffens stehen Wissensaspekte der Erziehung im Mittelpunkt. Danach folgt die „Wohlfühlpause“, in welcher die Eltern Erfahrungen mit Entspannung und Stressabbau machen. Im letzten Drittel stehen konkret individuelle Erziehungsfragen zur Debatte. Das ELTERN-AG - Konzept legt von Anfang an höchste Priorität auf die durchgehende Einbeziehung der Eltern. Dafür erlernen die MentorInnen spezifische Moderationstechniken.

Das Projekt ist ausdrücklich gemeinwesen- und stadtteilorientiert. In einer Vorlaufphase beziehen die MentorInnen die Einrichtungen der öffentlichen und freien Träger in ihre Aktionen und Aktivitäten mit ein. Hierzu zählen vor allem Einrichtungen im Elementar- und Vorschulbereich, das Jugendamt, Familienzentren und Familienbildungsstätten, aber auch pädiatrische und kinderpsychotherapeutische Praxen und Einzelpersonen wie Hebammen, ErgotherapeutInnen und LogopädInnen. Durch die Zusammenarbeit mit auf Landesebene tätigen Familienverbänden soll gewährleistet werden, dass das Programm weitest mögliche Verbreitung finden wird.


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