Forschung

Das Ziel und Anliegen des Projekts ELTERN-AG ist es, die Erziehungsbedingungen in Familien, die in schwierigen sozialen Bedingungen leben, zum Wohl des Kindes verbessern zu helfen.

Die Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitforschung ist dabei zunächst, die Kriterien für die soziale Benachteiligung fest zu legen. Darauf basiert die Auswahl der Zielgruppe durch die MentorInnen. Dabei sind die folgenden fünf Kriterien der Eltern von Bedeutung, von denen angenommen wird, dass sie als soziale Bedingungen der Eltern für die Entwicklung von Kindern nachteilig wirken können:

  • kein oder niedriger Bildungsabschluss
  • geringe berufliche Bildung
  • Migrationshintergrund aus einem Land mit problematischer sozioökonomischer Lage
  • schlechte finanzielle Lage oder Unterstützung zum Lebensunterhalt
  • körperliche oder seelische Beeinträchtigung.


Ist eines der Kriterien bei den Eltern erfüllt und haben sie mindestens ein Kind im Vorschulalter, so gehören sie in unsere Zielgruppe und nehmen am Eltern-Kurs und der Begleitforschung teil.

Die Eltern-Kurse, so die wissenschaftliche Annahme, bewirken, dass die sich Eltern trotz schwieriger Bedingungen in ihren Erziehungskompetenzen verbessern und damit die Kinder höhere Chancen haben, sich erfolgreich zu entwickeln.

Neben der wissenschaftlichen Überprüfung bzw. Begleitforschung werden dabei unter anderem folgende Methoden der Qualitätssicherung angewandt:

 

  • Vor dem ersten Treffen: Kriterienkatalog zur Auswahl der Eltern für die ELTERN-AG
  • Nach dem ersten Treffen: Anmeldeformular, Vorbefragung ELTERN-AG, Informationsblatt ELTERN-AG
  • Nach jedem ELTERN-AG-Treffen: Dokumentation des Kurses
  • Nach dem dritten Treffen: Meinungsumfrage bei jedem zweiten Treffen
  • Nach dem 20. Treffen: Nachbefragung ELTERN-AG, Abschlussbericht


Die Teilnahme an der ELTERN-AG beruht immer auf Freiwilligkeit. Die Auftraggeber erhalten einen anonymisierten und qualifizierten Abschlussbericht über die Anzahl der Teilnehmer, den Verlauf und die auftragsrelevanten Erfolgsdaten des Elterntrainings.

Durch die Merkmale „Einfachheit“, „niedrige Zugangsschwelle“ und „überprüfbare Effektivität“ findet das Projekt bei den Adressaten der Zielgruppe eine hohe Akzeptanz. Die Gruppen bestehen zu 100% aus sozial benachteiligten Familien. 78% der Eltern kommen zu den Treffen und 80% bleiben bis zur 20. Zusammenkunft. 65% der Eltern treffen sich auch nach einem Jahr noch regelmäßig. Von 2004 bis 2009 wurden in dem Programm 77 Mentoren ausgebildet, die mit ihrer Arbeit mindestens 670 Eltern mit ca. 1.300 Kindern erreicht haben.