Die Ausbildung zur ELTERN-AG Mentorin*

In einer neun- bis zwölfmonatigen Ausbildung werden den zukünftigen Mentorinnen innovative, auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Theorie- und Praxiselemente der frühen Bildung und Erziehung vermittelt. Theorie- und Praxisphasen finden dabei immer im Wechsel statt. Die Teilnehmerinnen erlernen praxisbewährte Fertigkeiten, die sie sicher in die Lage versetzen, die besondere Zielgruppe der ELTERN-AG zu erreichen und erfolgreich mit ihr zu arbeiten.

Die theoretische Schulung der Mentorinnen findet in drei dreitägigen Blöcken statt. Die praktische Ausbildung wird stets vor Ort in der künftigen Einsatzregion durchgeführt. Die methodischen und praktischen Fähigkeiten sowie spezifischen Arbeitsweisen für eine empowernde und wertschätzende Elternarbeit auf gleicher Augenhöhe werden dabei gründlich erprobt und über Rollenspiele und andere Übungen vertieft. 

Wie gut diese Arbeitsweise tut, beschreibt Mentorin Elke Losse (Köln): 

"Mitte November absolvierte ich den ersten von drei Theorie-Blöcken in Magdeburg. Meine Kolleginnen meinten danach, ich sei total motiviert und voller Tatendrang, einfach besser drauf."

Dieses Wohlfühl-Gefühl kommt auch bei unseren Eltern an. Durch Wertschätzung und Empowerment fühlen sich die Eltern gut aufgehoben und kommen gerne zur ELTERN-AG:

Auch die Mentoren, die zwei, also das ist Wahnsinn. [...] ohne die geht es nicht, finde ich."

"... die beiden, das war schon ein schönes Team. Also, auch so, immer dieses Freundliche."

"Die [Mentoren] sind wirklich auf uns eingegangen und da habe ich auch schnell gemerkt, die meinen das ernst. Dann war das [die Vorbehalte vor Beginn der ELTERN-AG] auch alles weg. Ich fühle mich auch wohl und vertraut auch."

In der praktischen Ausbildung führen die Teilnehmerinnen zu zweit unter enger Begleitung und Betreuung durch die MAPP-Empowerment gGmbH eine vollständige ELTERN-AG – inklusive Vorlauf-, Einführungs- und Vertiefungsphase – durch.

Die zukünftigen Mentorinnen stellen in der Vorlaufphase in einem Stadtteil beziehungsweise einer Gemeinde ihrer Wahl die Gruppe der von ihnen geworbenen Eltern zusammen. In der Einführungsphase, den Treffen eins bis zehn, führen sie die Eltern in den Ablauf und die Struktur der ELTERN-AG ein. In der anschließenden Vertiefungsphase mit den Treffen 11 bis 20 werden die Erkenntnisse und Strukturen gefestigt und vertieft sowie der Übergang in die Selbsthilfegruppen eingeleitet. Den Abschluss der Ausbildung zur „Mentorin für Empowerment in der frühen Bildung und Erziehung“ bildet ein Kolloquium.

Die Mentorinnen werden während der gesamten Ausbildung durchgehend vom Schulungsteam der ELTERN-AG betreut. Sie erhalten mindestens zwölf Stunden begleitende Praxisreflexion und Hospitation. Die Praxisreflexion dient dazu, die eigenen Aktivitäten und persönlichen Prozesse zu reflektieren. Sie bietet den angehenden Mentorinnen einen geschützten Rahmen, um sich vertrauensvoll über eigene Gefühle, Unsicherheiten und methodische Probleme auszutauschen. Darüber hinaus wird jede Gruppe mindestens zweimal durch die Ausbildungsleitung hospitiert.

Werden Ausbildung und Kolloquium erfolgreich abgeschlossen, erfolgt die Verleihung des Zertifikats „Mentorin für Empowerment in der frühen Bildung und Erziehung“. Es weist u.a. Qualifikationen für folgende Bereiche aus: 

  • Psychologie und Pädagogik der ELTERN-AG
  • Empowerment
  • Niedrigschwellige Elternbildung
  • Methoden der sozialen Gruppenarbeit
  • Zielgruppenspezifische Kommunikation

Die Mentorinnen verfügen zu diesem Zeitpunkt über ein positives, am Empowerment- und Stärkenansatz orientiertes Menschenbild, das sie in konkretes Handeln umzusetzen vermögen. Sie haben gelernt, wie sie die Eltern dabei unterstützen können, zu Experten ihrer Kinder sowie ihrer Lebenswelt zu werden. Sie vermeiden bewusst die übliche Fixierung auf Defizite und arbeiten auf „gleicher Augenhöhe“ mit allen Teilnehmerinnen der ELTERN-AG.

Mentorinnen übernehmen nicht die wissensvermittelnde Expertenrolle der Kursleiterinnen traditioneller Elternkurse, sondern sehen ihre Aufgabe im Freisetzen von Potenzialen und Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmerinnen und der Gruppen. Sie sind ihrem Selbstverständnis nach „Ermöglicher“ und „Begleiter“, die gemeinsam mit den Eltern Wege zur Steigerung ihrer Erziehungskompetenzen und Kooperationsfähigkeiten suchen.

Die Mentorinnen können zu diesem Zeitpunkt nachweisen, dass sie in der Lage sind, auf die Lebenswelt ihrer Klientinnen bezogene Methoden der Positiven Psychologie, der Bedürfnis- und Entwicklungspsychologie und der Ressourcenorientierten Pädagogik einzusetzen.

Die Mentorinnen stellen unter Beweis, dass sie neben der Initiierung und Rahmensetzung der ELTERN-AG Treffen auch über die Fähigkeit des Animierens und Moderierens der Gruppe verfügen. Sie vermögen die ungestillten Grundbedürfnisse der Eltern nach Selbstwirksamkeit, Akzeptanz und Bestätigung durch Andere, Selbstwerterhöhung und Steigerung des Wohlbefindens zu erkennen und mit ihnen erfolgreiche Entwicklungswege und Problemlösungen anzubahnen. Ihre Interventionen, die auf den Methoden des Impliziten Lernens und des Empowerments beruhen, sind darauf ausgerichtet, den Eltern eine Erfahrung eigener Stärke und Kompetenz zu vermitteln. Ein wichtiges Lernziel besteht darin, die Eltern anzuleiten, ihre Erziehungskompetenzen in einem beständigen Prozess zu verbessern und zu gleichberechtigten Partnerinnen in Erziehungsfragen werden zu lassen.

Haben Sie Interesse an der Ausbildung zur ELTERN-AG Mentorin? Unsere Schulungstermine finden Sie hier.

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* Im Sinne einer besseren Lesbarkeit werden in unseren Texten vorrangig die weiblichen (Berufs)Bezeichnungen verwendet. Gemeint sind selbstverständlich stets beide Geschlechter.

News

vom 04.10.2014

ELTERN-AG im rbb

Ausstrahlungstermin: 04.10.2014/ 18:00 -18:30 Uhr / Sendung verpasst? Hier gibt es den Link zur rbb-Mediathek.

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vom 01.10.2014

Jetzt für ELTERN-AG abstimmen!

ELTERN-AG ist im Finale des Deutschen Engagementpreises 2014 und hat eine Chance auf den 10.000 Euro dotierten Publikumspreis. Die Onlineabstimmung läuft vom 1. Oktober bis zum 31. Oktober 2014.

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